xDrive

Die Bezeichnung xDrive ist bei BMW Fahrzeugen den Modellen vorbehalten, die mit einem intelligenten Allradantrieb ausgestattet sind. Allerdings gibt es für die verschiedenen BMW-Modelle unterschiedliche Arten von xDrive.

Der deutsche Automobilhersteller BMW hat das xDrive-System als Antwort auf die konkurrierenden intelligenten Allradsysteme (typischerweise Torsen oder Haldex) entwickelt, die auf den Markt gekommen sind. Das allgemeine Funktionsprinzip von intelligenten Allradsystemen ist die Verwendung von Achsenkupplungen. Diese Kupplungen ermöglichen es, die einzelnen Antriebskomponenten je nach den aktuellen Bedingungen und Traktionsanforderungen des Fahrzeugs zu- oder abzuschalten.

BMW entwickelt seit vielen Jahren den Allradantrieb für verschiedene Baureihen, weshalb es mehrere Antriebsarten und -generationen namens xDrive gibt. Diese reichen vom permanenten Allradantrieb mit der Möglichkeit, das Verhältnis der Antriebskräfte zwischen den Achsen zu regulieren, bis hin zum vollständigen Torque Vectoring der angetriebenen Räder. Alle diese Antriebsvarianten fallen unter den Oberbegriff xDrive und variieren je nach Modell und Generation. Einen kurzen Überblick über die Entwicklung von xDrive finden Sie am Ende dieses Artikels.

  BMW - xDrive Zeichen


Wie funktioniert der xDrive von BMW?

Jede neue Generation des xDrive-Allradantriebs ist noch ein bisschen ausgefeilter und schneller. Heute nutzt xDrive routinemäßig die Informationen des Fahrstabilitätssystems DSC, um bereits im Vorfeld auf eine Fahrsituation zu reagieren, zum Beispiel durch Verlagerung der Kraft auf das äußere Hinterrad. Die Reaktionszeiten für Mehrlenker-Kupplungen liegen jetzt unter 100 Millisekunden. Der gesamte Prozess der Lenkung des Drehmomentflusses wird von einer leistungsstarken Elektronik gesteuert und wird technisch als Torque Vectoring bezeichnet. In der Praxis bedeutet dies, dass die Höhe des auf die einzelnen Räder aller angetriebenen Achsen wirkenden Drehmoments variiert werden kann. Der Hauptvorteil eines solchen Systems ist die Möglichkeit, das Fahrverhalten des Fahrzeugs in verschiedenen Situationen erheblich zu beeinflussen.

Mit dem Aufkommen und der Entwicklung der Elektrifizierung im Automobilverkehr wird das Konzept einer rein elektrisch angetriebenen Sekundärachse immer beliebter. Der Primärantrieb wird daher durch einen herkömmlichen Verbrennungsmotor gelöst. Darüber hinaus wird die elektrisch angetriebene Achse aktiviert, wenn eine erhöhte Traktion erforderlich ist. BMW hat diese technische Lösung eDrive genannt.


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Geschichte:

1985 wurde das erste BMW Modell mit Allradantrieb eingeführt – der BMW 325i Allrad in Limousinenform. Die gewählte Allradtechnologie verwendet automatische Viskokupplungen, die sich direkt im Getriebe und im hinteren Differential befinden. Diese Visko-Kupplungen verteilten die Antriebskraft im Verhältnis 37:63 zugunsten der Hinterachse, um das klassische BMW Fahrgefühl zu erhalten.

Ab 1988 wurde das gleiche Modell auch als „Touring“ oder Kombi angeboten. Gleichzeitig erhielt dieses Modell einen neuen Namen mit dem Buchstaben X, der für Allradantrieb steht – BMW 325iX. Dieses System war noch ohne elektronische Lenkung mit automatischer Visko-Kupplung.

Im Jahr 1991 wurde der Allradantrieb mit elektronischer Lenkung eingeführt – der BMW 525iX. Das verbesserte System verfügte bereits über Mehrscheibenkupplungen, mit denen die Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse stufenlos und vollautomatisch verändert werden konnte. Die Standardverteilung war 36:64. Anfänglich wurde eine hydraulisch betätigte Mehrscheibenkupplung an der Hinterachse verwendet, die jedoch später durch eine elektronisch gesteuerte selektive Bremsung ersetzt wurde. Das System bewertete nur einen eventuellen Haftungsverlust, es hatte vorher nicht eingegriffen. Es verwendet Informationen über Radgeschwindigkeit, Bremszustand, Motordrehzahl und Drosselklappenstellung.

Im Jahr 2003 wurde ein neues intelligentes Allradsystem namens xDrive für den BMW X3 und X5 eingeführt. Es war das erste System, das die Fahrsituation proaktiv überwachte, indem es mit dem Fahrstabilitätssystem DSC zusammenarbeitete. Anhand der Daten von Lenkradwinkel, Gaspedalstellung und Querbeschleunigungswert erkennt xDrive die Gefahr des Über- oder Untersteuerns, bevor sie eintritt. Durch die rechtzeitige Umlenkung des Antriebsstroms konnte xDrive ein ausgewogenes Fahrverhalten in allen Situationen unterstützen. Später wurde der Allradantrieb durch ein aktives hinteres Differenzial (DPC) erweitert, das die Kraft sogar auf die einzelnen Räder der Achse verteilen konnte.

Mit dem BMW ActiveHybrid X6 hat die Marke BMW 2009 erstmals Allrad- und Hybridantrieb kombiniert. In dieser neuen Kombination trug der Allradantrieb dazu bei, insbesondere die Dynamik des elektrischen Fahrens besser zu beherrschen.

Für 2014 kombiniert der BMW 2er Active Tourer xDrive mit einem neuen Frontantrieb und einem Frontmotor. Dieser evolutionäre Schritt wurde von den Fans der Marke mit einer gewissen Skepsis aufgenommen. Denn dadurch wurde das Fahrzeug zu einem Vor-Rad-Antrieb der Marke BMW, bei dem der Motor immer noch quer zur Front montiert ist. Die Hinterachse konnte über eine Haldex-Lamellenkupplung angetrieben werden.

Die jüngste bedeutende Weiterentwicklung für das Jahr 2015 ist der BMW X5 xDrive40e, der einen elektrifizierten Allradantrieb bietet – eDrive. Die intelligente Hybridsteuerung des eDrive-Systems synchronisiert den Betrieb des Verbrennungsmotors und des Elektromotors.

M xDrive

Bleibt noch hinzuzufügen, dass BMW für seine Hochleistungsmodelle der „M“-Sparte ein völlig anderes xDrive-System anbietet – es heißt M xDrive. Dieses System lässt sich sehr viel detaillierter einrichten und ist auch physisch ein völlig anderes System. Im BMW M5 beispielsweise kann das Infotainment-System so eingestellt werden, dass das Fahrzeug nur die Hinterräder antreibt.


Weißt du, dass…?

BMW hat eine spezielle Bezeichnung für Fahrzeuge, die Torque Vectoring und Einzelachsantrieb nutzen – sDrive.